Was man über Teilchenbeschleuniger wissen muss
Derzeit liest man sehr viel über den neuen Teilchenbeschleuniger Large Hermann Collider (LHC), für den die Hälfte der Schweiz unterkellert werden musste. Viele Menschen fragen sich: Hat sich das gelohnt? Und wie krass gut funktioniert eigentlich ein Marketing für eine völlig unverständliche und höllisch teure Maschine, bei dem man mit den zentralen Bergriffen “Urknall”, “schwarzes Loch”, “Weltuntergang” und “Gottesteilchen” werben kann? Ziemlich sehr krass gut, würde ich sagen.

Teilchenhumor, um 1944
Den eigenen gravierenden Mangel an Fachkenntnis wie üblich mit Verve und Chuzpe ausgleichend hier eine präzise Analyse der Chancen, Schwächen und geheimen Wünsche Schangsen des LHC.
Zentrale Forschungsziele
Herkömmliche Teilchenbeschleuniger konnten bisher bloß Teilchen handelsüblicher Größe beschleunigen. So wurde beispielsweise am CERN Mitte der neunziger Jahre bei einer Kollision von Quarktasche und Schokoweckchen das Schokowuppi entdeckt. Der LHC nun ist auf super-super-super-klitzekleine Super-spezial-kleinst-Teilchen spezialisiert, die in jede (Mini-)Hosentasche passen (mehrfach). Der letzte Schrei ist dabei die Produktion von winzigen schwarzen Löchern (bei denen allerdings eindringlich davor gewarnt wird, diese in die Hosentasche zu stecken, paradox). Schwarze Löcher sind, um es einmal einfach und auch für den Laien verständlich wissenschaftlich präzise zu definieren, riesige galaktische Staubsauger. Sie haben zwar keinen Beutel (kein Saugkraftverlust!), sind aber weniger bunt als ein Dyson, schade.
Die Miniaturproduktion schwarzer Löcher soll helfen, das Higgs-Teilchen wiederzufinden, ein verschwundenes stranges Stück Pentaquark, das zuletzt 1956 von Prof. Higgs in Edinburgh gesichtet wurde (auf dem Heimweg vom Pub, in Gedanken). Es könnte helfen, die Formulierung der Frage zur Antwort “42″ zu finden, mindestens aber „zu einer ganzen Menge Spaß und brandneuen Laborscherzen“ führen, so hoffen die Projektleiter.


Teilchenrevolte, 1945
Wirtschaftlicher Nutzen
Noch nicht absehbar. Vivid Entertainment hat zwar Interesse an einem Large Hardon Collider angemeldet, ansonsten: Tote Hose (neue Platte im Herbst, bis dahin muss also ein deutlich größeres schwarzes Loch her!). Falls die Forscher planen, zur Refinanzierung Teilchen-Wettrennen zu veranstalten, möchte ich hiermit schon meine Dreierwette platzieren: Favorit Higgs-Boson-Gottesteilchen auf Sieg, Quarks und Gluonen auf den Plätzen (zumindest in den Dimensionen sechs bis acht).
Gefahren
Die zentrale Gefahr des LHC besteht darin dass, bevor in einigen Jahrzehnten die Auswertung der ca. 87 Fantastillionen Terabyte umfassenden Datenmenge abgeschlossen sein wird, entweder alle Wissenschaftler verstorben sind oder aber das Higgs-Teilchen mittlerweile total verschimmelt ist. Außerdem besteht die Gefahr der spontanen und unangemeldeten Bildung schwarzer Löcher. Wissenschaftler versichern aber, dass Befürchtungen, diese könnten das gesamte uns bekannte Universum zerstören, weit übertrieben sind und sie im Gegenteil vollkommen harmlo…