Bladekong (2)





Noch ein paar bladerunnereske Fotos aus Hongkong.





Noch ein paar bladerunnereske Fotos aus Hongkong.
Das ganz hervorragende Fotobuch neontigers beginnt mit den Worten: “Als der Architekt Lee Ho-yin Mitte der neunziger Jahre den Sciencefiction-Thriller Blade Runner sah, wunderte er sich über die Besprechungen, die er zuvor gelesen hatte. »Eine düstere Vision großstädtischer Zukunft« lautete der Tenor in den amerikanischen Zeitungen, denn der Film spielte in dunklen Gassen zwischen glitzernden Wolkenkratzern; Menschenmassen schoben sich an Gemüseständen und Ansammlungen ausgeweideter Elektrogeräte vorbei, von undichten Planen tropfte Regen, flackernde Neonlichter tauchten die Gesichter der Passanten in ein grüngraues icht. Und Lee Ho-yin dachte sich: Zukunft? Vision? Diese Zukunft gibt es, und ich lebe in ihr. Sie heißt Hongkong.”
Und, was soll ich sagen?
Das hab ich auch gedacht.







Rätselhaftes Asien: Duschen im Freien, aber Popoabwischen mit Raumfahrttechnologie.







Pech ist, wenn Speisekarten wie die oben abgebildete den unbedarften Europäer dazu verleiten, Speisen wie die unten abgebildete zu bestellen. Glück ist, wenn man anschließend um die Ecke zu McDonalds gehen kann.
Sind hier mehr durch Zufall auf ein extraordinaeres Stueck deutscher Expressionistengeschichte gestossen. Erst der floklorisitischen Veranstaltung “Kecak” beigewohnt, die ein Stueck Hinduepos taenzerisch verarbeitet und auf deutsch soviel wie “Affentanz” bedeutet.
Dann im Reisefueher gelesen, dass der “Affentanz” eine Erfindung des deutschen Malers Walter Spiess (!) fuer den Film “Insel der Daemonen” (1931 !!) unter der Regie von Victor Baron von Plessen und Dr. Dahlsheim (!!!) gewesen ist.
Sachen gibt’s…
Mit eigenem Notebook reisen hat wirklich was fuer sich. Dann koennte man z.B. Fotos posten, die zeigen, dass es in Hong Kong zuweilen aussieht, wie in der Kulisse von Blade Runner, jedenfalls, wenn es regnet und man sich ein paar Extras wie fliegende Autos und Luftschiffe mit Werbung dazudenkt.
So kaempft man bloss gegen die ablaufende Uhr am Internetterminal, denkt an den BBC-Bericht von gestern ueber Jacken mit eingebauten Solarzellen zum Aufladen von iPods und hofft, dass das Jahr Zweitausend so ca. 2010 bis 2015 doch noch kommen wird und man dann auch ein Notebook haben wird, mit dem man zeigen kann, dass…
Das erste Abendessen in der chinesischen Sonderverwaltungszone habe ich mittlerweile einigermassen gut ueberstanden. Es gab infolge jetlagbedingter Unachtsamkeit alles vom Rind in wildwuerzigem Sud und insbesondere die wabenfoermigen Etwasse mit Fettstreifen auf der Rueckseite haben beeindruckt.
Beeindrucken tut auch die Architektur, hier wird vertikaler gebaut als Jogi Loew die deutsche Elf spielen laesst, mir schmerzt bereits der Nacken, so vertikal ist das hier alles.
Gerne wuerde ich hier schon ein paar Fotos bloggen, aber in der Saftbar, in der wir gerade sind, gibt es zwar styliche iMacs und Vitamin-, Slim- oder Memoryboosts in Pulverform in den Saft, aber keine Kartenleser.
Wir jedenfalls wagen jetzt den Aufstieg auf den Peak, um uns die Wolkenkratzer mal Auge in Auge anzusehen.
Zeitlupenstraßenüberqueren is the new bungee.
(Für das unverfälschte Life-Erlebnis bitte Lautsprecher einschalten und an einem Auspuff schnüffeln.)
Was in Ejby, Suffolk, Fryslân oder Bohmte noch eine “Shared Space” genannte verkehrspolitische Vision ist, ist in der knapp zehntausend Kilometer entfernten Hồ-Chí-Minh-Stadt bereits eine “normale Kreuzung“ genannte verkehrspolitische Realität: Der konsequente Verzicht auf lästige Schilder oder Regeln senkt die Langeweile im Straßenverkehr und sorgt adrenalinbedingt für gute Durchblutung trotz steigender Abgaswerte.
(Wie man als Fußgänger in diesem Inferno verkehrspsychologisch sinnvollen Szenario die Straßenseite wechselt, zeige ich Euch morgen wenn der widerborstige Router mich wieder ins Netz lässt in einem nervzerfetzenden Point-of-View-Video.)