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am Freitag, den 7. Dezember 2007 um 21:31 Uhr veröffentlicht
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Eine vorschnelle Folgerung, wie ich meine. Offenbart sich doch erst in der Differentialdiagnose das gesamte Ausmaß des gesellschaftlichen Dramas: Der Mann ist zudem - die Kelle verrät es - Verkehrspolizist; ich sach nur Kombilohn. Und in seiner Freizeit (prust) vertickt der gute noch geschmuggelte polnische Zigaretten und lässt daher den Bahnkunden verbotenerweise auf dem Bahnsteig rauchen. Absatzfördernd versteht sich.
sascha 8. Dezember 2007, 17:34 Direkter Link
Wer weiß, vielleicht gehört ja krankhaft gesteigerter Geschäftssinn zu den Diagnosekriterien. “Schaffner-Patienten fallen ihrer Umgebung häufig zunächst gar nicht auf, da sie ihre bizarren Verhaltensweisen zunächst scheinbar sinnvoll in einen wirtschaftlichen Kontext zu setzen wissen.”
thilo 9. Dezember 2007, 19:22 Direkter Link
Wie wahr, wie wahr, geht doch gerüchteweise um, manch besonders ausgefuchster Schaffner habe seine Camouflage-Technik soweit perfektioniert, dass er selbst von gut trainierten Dauerbahnfahrgästen von einem handelsüblichen Fahrkartenautomaten nicht zu unterscheiden ist. Dabei kommen ihm sein schroffer Charme sowie sein kachektischer Antwortstil sehr entgegen. Vermutlich angeboren. Irgendwas mit Enzymen, denke ich.
sascha 10. Dezember 2007, 12:38 Direkter Link
Jaja, das sind die Gene, alles genetisch und auch dieses neurodings hier, Transmisser oder so.
Stelle mir gerade vor, wie es ist, wenn sich ein Fahrkartenautomat durch die engen Gänge eines ICE zwängt.
thilo 10. Dezember 2007, 19:52 Direkter Link
Ich sach doch, die machen bei Tomaten und Mais nicht halt mit dem Gen-Tuning…sind warhscheinlich alles umgebaute Untertagearbeiter oder Halsnasenohrenärzte oder so.
Na, die tun doch wie ein Automat, damit sie eben NICHT durch die Gänge müssen. Insofern matchen Arbeitsanforderung und -wille hervorragend. Quasi Idealbesetzung. Manche stehen sogar auf die Tritte, die man ihnen verpasst, ist ne Art Trinkgeld.
sascha 11. Dezember 2007, 14:29 Direkter Link
Oft zu beobachten auch genetische Fehlprogrammierung: Verkäufer, denen jedes Mittel recht ist, die Kunden am Kauf zu hindern. Oder ist das dann etwa die Rebellion des wahren Selbst? Empfohlene Studienorte: Elektronik-Discounter, Musikalienhandlungen, Kaufhäuser.
klaus 11. Dezember 2007, 15:57 Direkter Link
In Musikalienhandlungen scheint mir häufiger als eine Rebellion des wahren Selbst eine narzisstische Sublimation fehlenden Talents am Werk zu sein. Ob das bei Schaffnern auch so ist?
thilo 12. Dezember 2007, 00:37 Direkter Link
Ich unterstütze diese Vermutung. Musische Hybris a la “…und dann schreibe ich einen Welthit” ist auch gerade dort weit verbreitet. Musiker indes sind faul und verschieben ihren Durchbruch immer wieder gerne auf morgen, oder Montag. Etwas mehr schaffnerische Pünktlichkeit, und die Charts würden aus allen Nähten platzen. Ich sehe hier weiteres genetisches Kreuzungspotenzial.
klaus 12. Dezember 2007, 02:37 Direkter Link
Der idealtypische Schaffner hat seit jeher mit Pünktlichkeit nicht das geringste am Hut und noch weniger Interesse, daran etwas zu ändern. Vielmehr dient als Puffer, oder besser: Prellbock, zwischen Reisenden und Befördernden, Kommenden, Gehenden und Streikenden, Menschen und Maschinen.
Hinsichtlich der Verbindlichkeit seiner Aussagen ähnelt er dem gemeinen Musiker indes in verblüffender Weise.
Beide - ja, ich wage mal den Terminus - sozialen Randgruppen unterliegen immanenterweise dem Fehlglauben, von ihnen nicht leistbares sei auch nicht relevant. Und genau hier irren sie.
Vermutlich kosmische Strahlen.
sascha 12. Dezember 2007, 14:46 Direkter Link
Ja, und demnächst wird Mozart noch mit dem Satz zitiert: “Mein Oheim stanzte Fiaker-Billets” o.ä.
Ein weiterer fundamentaler Unterschied: der Zug kommt wenigstens irgendwann. Gemeinsam jedoch in der Selbstwahrnehmung: beide sind nur so gut wie ihr Arbeitsmaterial. Wenns Zugläden gäb stünden Schaffner dort wahrscheinlich tagelang an der Kasse rum um über den neuesten ICE fachzusimpeln und sich nach sechs Bechern lauwarmem Maschinenkaffee dann endgültig doch nur einen weiteren Nothammer zuzulegen.
klaus 12. Dezember 2007, 15:52 Direkter Link
Och jetzt komm! So schlecht ist der Kaffee im Store gar nicht.
sascha 12. Dezember 2007, 16:14 Direkter Link
Im Store keine Ahnung. Bei uns war er jedenfalls abscheulich. :D
klaus 12. Dezember 2007, 18:17 Direkter Link
Und was war noch gleich deine Aufgabe in dem Laden? ;I
sascha 12. Dezember 2007, 23:24 Direkter Link
Zuhören. Und verkaufen. Aber eigentlich zuhören.
klaus 13. Dezember 2007, 00:27 Direkter Link
Kaffeekochen?
thilo 13. Dezember 2007, 10:34 Direkter Link